IFA-RLP: Einseitige Kürzungspläne gefährden die Versorgung – strukturelles Versagen der Finanzkommission

Mainz, 11.04.2026

Die IFA-RLP kritisiert den ersten Bericht der Finanzkommission Gesundheit mit deutlicher Sorge. Die vorgesehenen Maßnahmen greifen massiv in die ambulante Versorgung ein und treffen dabei nahezu ausschließlich die grundversorgenden Fachärztinnen und Fachärzte. Während für den vertragsärztlichen Bereich weitreichende Einschnitte vorgesehen sind, bleiben andere Versorgungsbereiche weitgehend unberührt.

Bereits heute leisten niedergelassene Fachärztinnen und Fachärzte durch Budgetierung und jährlich nicht vergütete Leistungen einen erheblichen finanziellen Beitrag zur Stabilisierung des Systems. Weitere einseitige Kürzungen werden zwangsläufig zu reduzierten Sprechstunden, längeren Wartezeiten und eingeschränkten Versorgungsangeboten führen. Genau an dieser Stelle anzusetzen, ist gesundheitspolitisch der falsche Weg.

Statt struktureller Reformen setzt die Politik auf Einsparungen an der falschen Stelle. Die eigentlichen Lösungen werden ignoriert. Aus Sicht der IFA-RLP liegt der Ausweg auf der Hand: Die Zukunft liegt in der Ambulantisierung. Der vertragsärztliche Bereich kann viele Leistungen effizienter und wirtschaftlicher erbringen als Krankenhäuser. Doch die Regierung blutet die ambulante Versorgung weiter aus, und die Vorschläge der Finanzkommission konterkarieren diese Entwicklung. Offensichtlich fehlt eine klare Vision für die zukünftige Versorgungsstruktur.

Das ist, als würde man ein Haus für Generationen planen und zunächst die Tragfähigkeit des Fundaments reduzieren. Eine solche Vorgehensweise mag kurzfristig Einsparpotenziale erzeugen, schwächt jedoch langfristig die gesamte Versorgungsarchitektur. Wer die ambulante Versorgung beschädigt, gefährdet die Versorgungssicherheit der Patientinnen und Patienten und verschärft bestehende Engpässe im System.

Hinzu kommt, dass die Diskussion über notwendige Einsparungen bislang einseitig auf die Leistungserbringer fokussiert wird. Auch die Ausgabenseite der Krankenkassen selbst muss konsequent in den Blick genommen werden. Die Verwaltungskosten der gesetzlichen Krankenversicherung summieren sich auf einen zweistelligen Milliardenbetrag pro Jahr. Vor diesem Hintergrund ist es nicht vermittelbar, dass strukturelle Sparmaßnahmen vor allem bei der medizinischen Versorgung ansetzen, während andere Bereiche weitgehend verschont bleiben.

Die IFA-RLP hält deshalb einen echten Reformansatz für zwingend erforderlich. Eine nachhaltige Stabilisierung des Systems gelingt nur, wenn alle Beteiligten einen fairen Beitrag leisten – Leistungserbringer, Krankenkassen und Versicherte gleichermaßen. Einseitige Kürzungen ersetzen keine Reform und schaffen keine zukunftsfähige Versorgungsstruktur.

Die IFA-RLP warnt ausdrücklich vor den Folgen dieser Politik: Wird die ambulante fachärztliche Versorgung weiter geschwächt, sind längere Wartezeiten, eingeschränkte Verfügbarkeit und eine zunehmende Überlastung anderer Versorgungsbereiche absehbar. Statt kurzfristiger Sparlogik braucht es eine klare Strategie für eine leistungsfähige, patientenorientierte und ambulant ausgerichtete Versorgung.